No sheet music files available for this piece.

Hölderlin-Gesänge, op. 35a
Original title: Hölderlin-Gesänge
Subtitle: For baritone, trombone and tuba
Dedication: No 1: Hommage à D. E. Sattler; No. 2: for Georg Kröll; No. 3: Hommage à Alexander Polzin; No. 4: to Reinhart Meyer; No. 5: In memory of Robert Klein-Kalkus; No 5: to Heinz Holliger; No. 6:
Hungarian premiere location: Budapest
Hungarian premiere date: 1999.10.28.
Hungarian premiere performers: Kurt Widmer, bariton
Lyricist name: Friedrich Hölderlin
Language: German
Composition end date: 1997
Genre: Chamber Music with Voice
Instrumentation: baritone, trombone, tuba
Year of publication: 2013
Publisher: Editio Musica Budapest
Publication number: Vol.1: Z. 14463

Heft I
1 An … (Hommage à D. E. Sattler)
2 Im Walde (für Georg Kröll)
3 Gestalt und Geist (Hommage à Alexander Polzin)
4 An Zimmern (für Reinhart Meyer-Kalkus)
5 Der Spaziergang (für Heinz Holliger)
6 Paul Celan: Tübingen, Jänner (Robert Klein in Erinnerung)

 

Heft II [Book II]

[7] Hälfte des Lebens (to György Ligeti)

[8] und wenig wissen … (to Adrienne Csengery)

[9] Zwei Fragmente (to Rolf Hans)

1 Süss ist's …

2 und der Himmel …

[10] Das Angenehme dieser Welt … (to Vera Ligeti)

[11] Nun versteh' ich (to Roland Moser)

[12] Brief an die Mutter (to Friedrich Cerha)

[13] Sehnsucht und Wünschen (to Jan van Vlijmen) (Two fragments from Mnemosyne III, and from Der Rhein)

[14] Nicht alle Tage… (to Kurt Widmer)

[15] Griechenland… (to Karl-Heinrich Müller)

1. An …
Elysium
Dort find ich ja
Zu euch[,] ihr Todesgötter
Dort Diotima
Heroen.
Singen möcht ich von dir
Aber nur Tränen.
Und in der Nacht in der ich wandle erlöscht mir dein
Klares Auge!
himmlischer Geist.

2. Im Walde
Du edles Wild aber in Hütten wohnet der Mensch, und hüllet sich ein ins verschämte Gewand, denn inniger ist, achtsamer auch und daß er bewahre den Geist, wie die Priesterin die himmlische Flamme, dies ist sein Verstand. Und darum ist die Willkür ihm und höhere Macht zu fehlen und zu vollbringen, dem Götterähnlichen, der Güter Gefährlichstes, die Sprache, [darum ist der Güter Gefährlichstes, die Sprache] dem Menschen gegeben, damit er schaffend, zerstörend, und untergehend, und wiederkehrend zur ewiglebenden, zur Meisterin und Mutter, damit er zeuge, was er sei, geerbet zu haben, gelernt von ihr, ihr Göttlichstes die allerhaltende Liebe.

3. Gestalt und Geist
Alles ist innig
Das scheidet
So birgt der Dichter
Verwegner! möchtest von Angesicht zu Angesicht
Die Seele sehn
Du gehest in Flammen unter.

4. An Zimmern
Die Linien des Lebens sind verschieden
Wie Wege sind, und wie der Berge Gränzen.
Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen
Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.

5. Der Spaziergang
Ihr Wälder schön an der Seite,
Am grünen Abhang gemahlt,
Wo ich umher mich leite,
Durch süsse Ruhe bezahlt
Für jeden Stachel im Herzen,
Wenn dunkel mir ist der Sinn,
Denn Kunst und Sinnen hat Schmerzen
gekostet von Anbeginn. –
Ihr lieblichen Bilder im Thale,
Zum Beispiel Gärten und Baum, –
Und dann der Steg der schmale,
Der Bach zu sehen kaum. –
Wie schön aus heiterer (heiteren?) Ferne
Glänzt einem das herrliche Bild
Der Landschaft, die ich gerne
Besuch’ in Witterung mild. –
Die Gottheit freundlich geleitet
Uns erstlich mit Blau,
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölkig und grau,
Mit sengenden Blizen und Rollen
Des Donners, mit Reiz des Gefilds,
M
it Schönheit, die gequollen
Vom Quell ursprünglichen Bilds.
Ihr Wälder schön an der Seite,
Am grünen Abhang gemahlt,
Wo ich umher mich leite,
Durch süße Ruhe bezahlt
Für jeden Stachel im Herzen,
Wenn dunkel mir ist der Sinn,
Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen
Gekostet von Anbeginn.
Ihr lieblichen Bilder im Thale
Zum Beispiel Gärten und Baum,
Und dann der Steg der schmale,
Der Bach zu sehen kaum,
Wie schön aus heiterer Ferne
Glänzt Einem das herrliche Bild
Der Landschaft, die ich gerne
Besuch' in Witterung mild.
Die Gottheit freundlich geleitet
Uns erstlich mit Blau,
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölbig und grau,
Mit sengenden Blizen und Rollen
Des Donners, mit Reiz des Gefilds,
Mit Schönheit, die gequollen
Vom Quell ursprünglichen Bilds.

6. Tübingen Jänner
(Paul Celan)
Zur Blindheit überredete Augen.
Ihre - „ein
Rätsel ist Reinentsprungenes" –
ihre Erinnerung an schwimmende
Hölderlintürme, möwenumschwirrt.
Besuche ertrunkener Schreiner bei
diesen tauchenden Worten:
Käme
käme ein Mensch,
käme ein Mensch zur Welt, heute, mit
dem Lichtbart der
Patriarchen: er dürfte,
spräch er von dieser
Zeit, er
dürfte
nur lallen und lallen,
immer-, immer- zu-zu.
(„Pallaksch. Pallaksch.“)

________

1. An …
Elysium
Dort find ich ja
Zu euch[,] ihr Todesgötter
Dort Diotima
Heroen.
Singen möcht ich von dir
Aber nur Tränen.
Und in der Nacht in der ich wandle erlöscht mir dein
Klares Auge!
himmlischer Geist.

2. Im Walde
Du edles Wild aber in Hütten wohnet der Mensch, und hüllet sich ein ins verschämte Gewand, denn inniger ist, achtsamer auch und daß er bewahre den Geist, wie die Priesterin die himmlische Flamme, dies ist sein Verstand. Und darum ist die Willkür ihm und höhere Macht zu fehlen und zu vollbringen, dem Götterähnlichen, der Güter Gefährlichstes, die Sprache, [darum ist der Güter Gefährlichstes, die Sprache] dem Menschen gegeben, damit er schaffend, zerstörend, und untergehend, und wiederkehrend zur ewiglebenden, zur Meisterin und Mutter, damit er zeuge, was er sei, geerbet zu haben, gelernt von ihr, ihr Göttlichstes die allerhaltende Liebe.

3. Gestalt und Geist
Alles ist innig
Das scheidet
So birgt der Dichter
Verwegner! möchtest von Angesicht zu Angesicht
Die Seele sehn
Du gehest in Flammen unter.

4. An Zimmern
Die Linien des Lebens sind verschieden
Wie Wege sind, und wie der Berge Gränzen.
Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen
Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.

5. Der Spaziergang
Ihr Wälder schön an der Seite,
Am grünen Abhang gemahlt,
Wo ich umher mich leite,
Durch süsse Ruhe bezahlt
Für jeden Stachel im Herzen,
Wenn dunkel mir ist der Sinn,
Denn Kunst und Sinnen hat Schmerzen
gekostet von Anbeginn. –
Ihr lieblichen Bilder im Thale,
Zum Beispiel Gärten und Baum, –
Und dann der Steg der schmale,
Der Bach zu sehen kaum. –
Wie schön aus heiterer (heiteren?) Ferne
Glänzt einem das herrliche Bild
Der Landschaft, die ich gerne
Besuch’ in Witterung mild. –
Die Gottheit freundlich geleitet
Uns erstlich mit Blau,
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölkig und grau,
Mit sengenden Blizen und Rollen
Des Donners, mit Reiz des Gefilds,
M
it Schönheit, die gequollen
Vom Quell ursprünglichen Bilds.
Ihr Wälder schön an der Seite,
Am grünen Abhang gemahlt,
Wo ich umher mich leite,
Durch süße Ruhe bezahlt
Für jeden Stachel im Herzen,
Wenn dunkel mir ist der Sinn,
Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen
Gekostet von Anbeginn.
Ihr lieblichen Bilder im Thale
Zum Beispiel Gärten und Baum,
Und dann der Steg der schmale,
Der Bach zu sehen kaum,
Wie schön aus heiterer Ferne
Glänzt Einem das herrliche Bild
Der Landschaft, die ich gerne
Besuch' in Witterung mild.
Die Gottheit freundlich geleitet
Uns erstlich mit Blau,
Hernach mit Wolken bereitet,
Gebildet wölbig und grau,
Mit sengenden Blizen und Rollen
Des Donners, mit Reiz des Gefilds,
Mit Schönheit, die gequollen
Vom Quell ursprünglichen Bilds.

6. Tübingen Jänner
(Paul Celan)
Zur Blindheit überredete Augen.
Ihre - „ein
Rätsel ist Reinentsprungenes" –
ihre Erinnerung an schwimmende
Hölderlintürme, möwenumschwirrt.
Besuche ertrunkener Schreiner bei
diesen tauchenden Worten:
Käme
käme ein Mensch,
käme ein Mensch zur Welt, heute, mit
dem Lichtbart der
Patriarchen: er dürfte,
spräch er von dieser
Zeit, er
dürfte
nur lallen und lallen,
immer-, immer- zu-zu.
(„Pallaksch. Pallaksch.“)

________

1. To…
Elysium
There I find
Toward you, O gods of death
There, Diotima
heroes.
Let me sing of you
But only tears.
And in the night wherein I wander, your clear eye
Goes dead!
heavenly spirit.

2. In the forest
You noble beast of the wilds
But in cottages human kind dwell, and wrap themselves in the garment of shame,
for more inward, more attentive too, so that they preserve the spirit as the priestess preserves the heavenly flame, such is their understanding. And for that free choice and higher power to err and to achieve have been granted to the godlike, the most dangerous of possessions, language, has been granted to human kind, so that creating, destroying and perishing, and returning to the eternally living, mistress and mother, that they may perpetuate what they are, their heritage, learnt from her, the most divine of her attributes, all-maintaining love.

3. Shape and Spirit
Everything is inward
This is the distinction
The poet thus conceals
Reckless! wanting to see the soul
Face to face
You go down in flames.

4. To Zimmer
The lines of life are various; they diverge and cease
Like footpaths and the mountains' utmost ends.
What here we are, elsewhere a God amends
With harmonies, eternal recompense and peace.

5. The Walk
You wayside woods, well painted
On the green and sloping glade
Where I conduct my footsteps
With lovely quiet repaid
For every thorn in my bosom
When dark are my mind and heart
Which paid from the beginning
In grief for thought and art.
You graceful views in the valley,
For instance garden and tree
And then the footbridge, the narrow,
The stream one can hardly see,
How beautiful, clear from the distance
These glorious pictures shine
Of the landscape I like to visit
When the weather is mild and fine.
The deity kindly escorts us,
At first with unblemished blue,
Later with clouds provided,
Well rounded and grey in hue
With scorching flashes and rolling
Of thunder, and charm of the fields
With beauty the bubbling source of
The primal image yields.

6. Tübingen, January
(Paul Celan)
Eyes talked into
blindness.
Their - "an enigma is
the purely
originated"-, their
memory of
Hölderlin towers afloat, circled
by whirring gulls
Visits of drowned joiners to
these submerging words:
Should,
should a man,
should a man come into the world, today, with
the shining beard of the
patriarchs: he could,
if he spoke of this
time, he could
only babble and babble
over, over again, again.
("Pallaksh. Pallaksh.")

No sheet music files available for this piece.

No sheet music files available for this piece.

No sheet music files available for this piece.